Bio oder nicht Bio?

Die Bio Zertifizierung der Imker ist eine Zertifizierung der Betriebsweise! Auf den Trachteintrag und somit die Honigqualität hat man als Imker nur über die Standortwahl eingeschränkte Möglichkeiten einzuwirken. Beispielsweise stehen nur etwa 300 Meter entfernt von unserem Haupt-Standort in Godramstein die Bienenvölker eines Bioland-Imkers. Die Bienen sammeln von den selben Blüten Nektar und machen daraus leckeren Honig. Ob konventionell oder Bio Zertifiziert.

Gut zu wissen: In der Praxis erfüllen viele Imkerinnen und Imker die Kriterien an das europäische und das deutsche Bio-Siegel, auch ohne bio-zertifiziert zu sein. Es ist daher in jedem Fall empfehlenswert, bei örtlichen Imkerinnen und Imkern zu kaufen, die man persönlich kennt und denen man vertraut.

Warum gibt es ein Bio-Siegel für Honig? Ist Honig nicht automatisch bio? Hier erfahren Sie, was Bio-Honig von konventionellem Honig unterscheidet.

Ist Honig nicht automatisch „bio“? Diese Frage stellen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher. Tatsächlich sind die Unterschiede zu konventionellen Betriebsweisen bei der Bienenhaltung geringer als in anderen Bereichen der Tierhaltung, aber sie betreffen elementare Punkte, von denen hier einige vorgestellt werden sollen.

Standort der Bienenvölker

Bei der Erzeugung von Bio-Honig muss der Standort der Bienenstöcke so gewählt werden, dass ringsum im Wesentlichen nicht-bewirtschaftete oder ökologisch bewirtschaftete Flächen vorhanden sind.

Die EU-Öko-Verordnung lässt den Bio-Betrieben bei dieser Vorgabe bewusst etwas Spielraum, indem sie auch im Wortlaut die Einschränkung „im Wesentlichen“ verwendet.

Das ist schlicht dem Fakt geschuldet, dass Honigbienen auf der Suche nach Tracht mehrere Kilometer weit fliegen können, es aber nahezu keine entsprechend großen Flächen gibt, die durchweg biologisch bewirtschaftet werden.

Biene macht Honig orientiert sich an den gleichen Anforderungen wie die Bio Vereine!

Hätten Sie’s gewusst?

Klimabedingt muss manchmal ausnahmsweise auch im Frühjahr, Sommer oder Herbst zugefüttert werden. Zum Beispiel, wenn lange Regen- oder Kälteperioden die Nektarsuche beeinträchtigen, aber auch bei anhaltender Trockenheit, da die Blüten dann kaum Nektar produzieren.

Alle Imkereien, ob bio oder konventionell, müssen darauf achten, nur so viel zuzufüttern, wie die Bienen auch zeitnah verbrauchen. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass der Honig nicht durch die Zuckergaben verfälscht wird.

Bis jetzt mussten wir im Frühjahr noch nicht zufüttertn.

Futtermittel

Da die Imkerin oder der Imker einen Teil des Honigs entnimmt, muss für die Überwinterung meist „aufgefüttert“ werden. Als Ersatz für den Honig erhalten die Bienen Zucker in Form von Zuckerwasser, Zuckersirup, Stärkesirup oder Futterteig. Seltener überwintern die Bienen ausschließlich auf eigenem Honig beziehungsweise es wird mit Honig aufgefüttert.

Dabei gilt in der Bio-Imkerei: Egal, ob selbst angemischt oder als Fertigprodukt eingekauft, in jedem Fall müssen die Futtermittel aus biologischem Anbau stammen.

Betriebsmittel: natürliche Stoffe sind Trumpf

Die künstliche Behausung, die der Imkerin oder der Imker, dem Bienenvolk zur Verfügung stellt, wird als „Beute“ bezeichnet. Die meisten Imkereien verwenden heute sogenannte Magazinbeuten aus stapelbaren oben und unten offenen Kästen plus Boden und Deckel.

Viele konventionelle Imkerinnen und Imker setzen wegen des geringen Gewichts auf Kunststoffbeuten. In Bio-Imkereien müssen laut EU-Öko-Verordnung die Bienenstöcke und das in der Bienenhaltung verwendete Material hauptsächlich aus natürlichen Stoffen bestehen.

Biene macht Honig nutzt ausschließlich Beuten aus Holz!

Die Beuten in Bio-Imkereien sind daher meist aus Holz. Auch um das Holz zu schützen, dürfen nur nicht-synthetische, ökologisch unbedenkliche Rohstoffe zum Einsatz kommen.

Die meisten Imkerinnen und Imker hängen Holzrähmchen mit sogenannten Mittelwänden in die Beuten. Auf diese Weise können sie recht gut steuern, in welchen Abständen und in welcher Größe die Bienen ihre Waben bauen.

Bei den Mittelwänden handelt es sich um dünne Wachsplatten mit vorgeprägtem Wabenmuster. Sie erhöhen die Stabilität der Waben beim Schleudern des Honigs und sorgen dafür, dass die Bienen die komplette Fläche der Rähmchen zum Wabenbau nutzen. Werden Mittelwände verwendet, müssen diese aus Bio-Bienenwachs gefertigt sein.

Unsere Bienen bekommen überwiegend sog. Anfangsstreifen. Das Wabenwerk muss dann selbst gebaut werden. Das geht zwar zu Lasten des Ertrags, sorgt aber für gesunde Völker und eine hohe Honigqualität.

Hygiene und Bienengesundheit

Die Auswahl an Mitteln zur Reinigung und Desinfektion, zur Behandlung von Krankheiten sowie zur Bekämpfung etwa der Varroa-Milbe oder der Wachsmotte ist im Gegensatz zur konventionellen Imkerei eingeschränkt.

Um die Varroa-Milbe, einen Parasiten, der in unseren Breiten massiv die Existenz der Bienenvölker bedroht, zu bekämpfen, ist das Schneiden von Drohnenbrut als biotechnische Maßnahme aber erlaubt. Dabei werden die Drohnenwaben samt Larven herausgeschnitten und vernichtet. Das macht man, weil die Milben wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge Drohnenbrut bevorzugen. Doch nicht alle Imkerinnen und Imker greifen zu dieser Maßnahme. Sowohl konventionelle als auch Bio-Imkereien lehnen sie zum Teil ab.

Wir schneiden keine Drohnenbrut, das ist wider der natürlichen Entwicklung des Bienenvolkes im Bienenjahr.

Das bisweilen in der konventionellen Imkerei angewandte Verfahren, die Flügel der Bienenköniginnen zu beschneiden, um die Bienen am Schwärmen zu hindern, ist für Bio-Imkerinnen und -Imker verboten.

Die Flügel unserer Königinnen werden nicht geschnitten.

Quelle: https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaftliche-produkte/worauf-kann-ich-beim-einkauf-achten/kennzeichnung/was-macht-honig-zu-bio-honig